Männer haben einen Spieltrieb, das wussten Frauen schon immer und wenn man es sich selbst eingesteht: ja, Männer sind Spielfreudig, probieren gerne aus und basteln an tollen neuen Lösungen. Das gilt für technischen Kram, Dinge, die im Haushalt als Heimwerkerkönig angebracht werden müssen oder auch einfach mal die neue, vollautomatische Brotbackmaschine.
Auch auf der Arbeit gibt es Arbeitsmittel, die diesen Spieltrieb fördern. Sie haben zum Beispiel so sperrige Namen wie eine automatische Softwareverteilung. Was erstmal sehr anstrengend klingt und wenig Stimmung aufkommen lässt, kann mit der Zeit ein mächtiges, machtvolles Spielzeug sein.
Aber von vorne: Was ist automatische Softwareverteilung? Wer braucht sie und warum?
Eine automatische Softwareverteilung wird von den so genannten Systemadministratoren in größeren Unternehmen genutzt. Sie sorgt dafür, dass alle Programme immer auf dem aktuellen Stand sind, den der Administrator gerne hätte. Also zum Beispiel, das bewusst eine ältere Firefox-Version verwendet wird, weil die neue einen Konflikt mit einem anderen Programm auslöst. Oder aber auch andersrum: neue Programme können schnell auf allen Rechnern verteilt werden.
Wo ist da der Spieltrieb?
Naja, als die Programme müssen erstmal so gebastelt werden, dass sie sich automatisch installieren und der Benutzer nach Möglichkeit danach sofort damit arbeiten kann. Ein Beispiel ist wieder der Firefox. Der ist bereits installiert und der Benutzer hat schon viele, schöne Lesezeichen. Dazu hat er sich mit Personas tolle Skins eingestellt und überhaupt komplett auf seine Bedürfnisse angepasst. Wenn man jetzt unbekümmert die alte Version deinstallieren und die neue installieren würde, geht ein Teil der Einstellungen gerne verloren. Die Herausforderung besteht dann also darin, dass man Firefox so als Installationsdatei fertig macht, dass das bestehende Programm aktualisiert wird, aber die Einstellungen erhalten bleiben. Und natürlich sollen alle Einstellungen stimmen. Und da kann man dann schon gut Zeit mit Tod schlagen. Ganz zu schweigen von Programmen, die etwas komplexer sind, als ein Browser.
Der “eine Neuinstallation dauert 45 Minuten und stellt alles wieder her”-Contest
Die Königsdisziplin, wenn man so eine automatische Softwareverteilung nutzt. Es kommt schon mal vor, dass man PCs austauscht, weil es neuere gibt. Der Benutzer soll natürlich schnell wieder komplett arbeiten können. Hier gilt also ein neues Spiel: Windows installieren, alle Programme installieren und im Idealfall alle Einstellungen wieder herstellen, wie sie auf dem alten PC vorhanden waren. Und hier hat man auch direkt einen fiesen Kritiker und Schiedsrichter: den Benutzer selbst, der ganz sicher etwas finden wird, was nicht so ist, wie es war. Und jeder hat andere Festlegungen und Wünsche, wie sein PC aussieht und was ihm wichtig ist. Da hat ein Programm eine andere Option, die Auflösung vorher war irgendwie anders, ein Icon liegt anders auf dem Desktop als vorher…. man merkt auf einmal schnell, wie entscheiden Kleinigkeiten dann doch wirklich zum tragen kommen können. Und dabei war man so stolz darauf, dass so viel automatisch passiert.
Persönliches Fazit
Automatische Softwareverteilung und Installationen sind toll, können Spaß machen, aber Freud und Leid liegen hier auch nah beieinander. Spätestens, wenn man sich einmal im Rechner getäuscht hat und den falschen Rechner neu installiert hat, wird einem klar, dass dieses technische Männerspielzeug auch ganz schnell auf die Füsse fallen kann. Trotzdem mag ich dieses „Männerspielzeug“
Sebastian ist Gastautor bei guyslife.de und hat selbst Erfahrung mit einem solchen System gesammelt. Außerdem darf er täglich mit einem Zusammenarbeiten und hat seinen Spieltrieb, wie schon im Artikel angedeutet, häufig auslassen dürfen.
Schlagworte: Männerspielzeug, Softwareverteilung, Spieltrieb